Technische Hilfsmittel für Hörgeschädigte
Die Ansprechpartner für den Hörgeschädigten sind in erster Linie der Hals-Nasen-Ohren-Arzt und der Hörgeräteakustiker.
Wenn Sie sich umfassend zum Thema "Bestmögliches Leben mit einer Hörbehinderung" informieren möchten, wenden Sie sich an die Hörbehinderten-Beratungs- und Informations-Zentren (HörBIZe). Das sind Einrichtungen des Sozialwerks des Schwerhörigen-Vereins Berlin e.V. Hier werden Sie beraten, können Hörhilfen von verschiedenen Herstellern anschauen, ausprobieren und eventuell auch ausleihen. Das ist besonders wichtig, weil Hörhilfen in den vergangenen Jahren eine enorme Weiterentwicklung erfahren haben.
Hörgeräte
Hinter-dem-Ohr-Gerät (HDO-Gerät)
Diese Geräte sind für fast alle Arten der Schwerhörigkeit geeignet.
Hörbrille (HB)
Bei der Hörbrille sind die Hörgeräte in den Brillenbügel eingearbeitet. Sie eignen sich vor allem zur Versorgung komplizierter Hörverluste.
Im-Ohr-Gerät (IO-Gerät)
Das IO-Gerät ist die kleinst Form des Hörgerätes und nicht für die Versorgung starker Hörverluste geeignet.
Implantiertes Hörgerät
Es gibt teil-implantierte und seit kurzem auch voll-implantierte Hörgeräte. Bei den teil-implantierten Hörgeräten werden Mikrofon und Batterie äußerlich getragen. Das Voll-Implantat ist von außen nicht sichtbar, die Batterie wird durch die Haut von außen aufgeladen. Das Gerät wird mit einer drahtlosen Fernbedienung gesteuert. Implantierte Hörgeräte klingen besser, sie weisen deutlich weniger Verzerrungen auf. Für höhergradig Schwerhörige und Patienten mit Verlusten im Hochtonbereich sind sie besonders geeignet.
Cochlear-Implantat (CI-Implantat)
Ein Cochlear-Implantat ist ein Hörgerät für taube Menschen. Das Hörgerät für schwerhörige Menschen verstärkt den Schall, das CI-Implantat wandelt den Schall in elektrische Impulse, sie werden dem Hörnerv in einem Code zugeleitet, der dem gesprochenen Wort entspricht. In einer Operation wird das Implantat unter die Haut hinter dem Ohr eingepflanzt und die Elektroden in dem tauben Innenohr platziert. Die dazugerörigen Teile, der Sprachprozessor, das Mikofon und die Sendespule werden am Körper oder am Ohr getragen.
Hilfsmittel, die das Hörgerät ergänzen
Audioeingang (Bestandteil moderner Hörgeräte)
Ermöglicht mit Hilfe eines dünnen Kabels und einer winzigen Steckdose die fast störungsfreie Nutzung von Zusatzgeräten z.B. Rundfunkgeräte, Kassettenrecorder, Walkman, Dolmetscheranlagen, Infrarot- und Funkübertragungsanlagen, Telefon-Hörverstärker.
Störschallunterdrückung
Sie ist für stark Schwerhörige in lauter Umgebung wichtig. Ein an die Audioeingänge angeschlossenes Richtmikrofon nimmt den Schall aus einer bestimmten Richtung auf.
Telefon-Hörhilfen
Beim Telefonieren ohne Zusatzhilfen ist unbedingt die Hörmuschel vor das Hörgerätemikrofon zu halten.
Zum flexiblen Telefonieren z.B. aus einer Telefonzelle wird eine externe Telefonspule an beide Audioeingänge und die Hörmuschel angeschlossen. Bei den neuen digitalen Telefonen funktioniert das nicht.
Der Telefonkuppler ist ein Verstärkungsmikrofon, das auf die Hörmuschel gehalten wird, es ist bei allen Telefonen einsetzbar.
Drahtlose Sprachübertragungssysteme
Bei größeren Veranstaltungen sind drahtlose Übertragungssysteme wie Induktionsanlagen, Infrarot- und Funkübertragungsanlagen die besten Hörhilfsmittel. Bei einer Induktionsanlage - auch Ringleitung genannt - wird ein Kupferkabel im gesamten Raum verlegt, welches ein elektromagnetisches Wechselfeld erzeugt. Durch Verbindung von Mikrofon und Verstärker des Redners mit der Telefonspule des Hörgeräteträgers wird Sprache störungsfrei übertragen.
Induktionsanlagen entsprechen nicht mehr dem heutigen Standard, da die Lautstärke nicht individuell regelbar ist, außerdem sind diese Anlagen sehr störanfällig. Aus Kostengründen kommen sie aber noch häufig zum Einsatz.
Infrarot- und Funkübertragungsanlagen sind akustisch optimal für Schwerhörige, aber auch für Hörende geeignet (Dolmetscheranlagen auf internationalen Kongressen). Der Sprecher spricht in ein Mikrofon. Seine Sprache wird kabellos durch Infrarotstrahlen oder Funkwellen auf einen kleinen Empfänger übertragen, den der Zuhörer entweder mit Band um den Hals oder mit Clip an der Kleidung trägt. Diesen Empfänger verbindet man dann wahlweise mit Kopfhöhrer, Audiokabel oder mit einer kleinen Induktionsschlinge.
Mobile Funkübertragungsanlagen haben den Vorteil, dass sie völlig kabellos, ortsunabhängig, leicht transportabel und deshalb überall einsetzbar sind. Deshalb haben sie sich in den letzten Jahren in der Schwerhörigenarbeit schnell durchgesetzt.
Fernseh-Hilfen
Im Fachhandel gibt es die verschiedensten Zusatzhilfen, die den Fernsehton für Hörgeschädigte verständlicher machen. Die derzeit beste Möglichkeit ist eine kleine Infrarotanlage. Ein Infrarotsender wird mit dem TV verbunden (in modernen TV-Geräten schon serienmässig vorhanden) und Sie hören kabellos durch einen kleinen Empfänger, den Sie an Ihr Hörgerät ankoppeln.
Technische Hilfsmittel unabhängig vom Hörgerät
Lichtsignalanlagen
Licht- und Vibrationswecker
Schreibtelefone
Beide Gesprächspartner müssen über ein Schreibtelefon verfügen. So erfolgt die Übertragung des Schreibmaschinentextes des einen Partners über die Telefonleitung. Die Nachricht wird auf demDisplay des anderen Partners sichtbar. Der direkte Dialog ist möglich.
Fax-Geräte
Geschriebene oder gemalte Nachrichten werden mit dem Fax-Gerät über die Telefonleitung auf das Fax-Gerät des Empfängers übertragen und dort ausgedruckt (eine direkte Kommunikation ist nicht möglich).
Videotext
Mit Hilfe eines Videotext-Dekoders (fast alle modernen Fernsehgeräte verfügen über einen eingebauten Dekoder) können Untertitel in bestimmte Spielfilme und Informationssendungen eingeblendet werden. Die untertitelten Sendungen sind in den Fernsehzeitschriften gekennzeichnet. Ausserdem bieten einige Sender Videotexte für Hörgeschädigte.