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Rudi Carrell

In einem Interview mit dem Deutschen Schwerhörigenbund e.V. (DSB-Report Februar/März 1997) äußerte sich Rudi Carrell zu seinen Hörproblemen. Das Gespräch führte Claus Harmsen am 1.11.1996 per Telefon mit Rudi Carrell.

Claus Harmsen: Herr Carrell, Sie haben sich vor einiger Zeit in der Sendung "7 Tage - 7 Köpfe" zu Ihrer Schwerhörigkeit bekannt und gesagt, dass Sie ein Hörgerät hätten. Hat Sie das Überwindung gekostet oder war es einfach selbstverständlich?
Rudi Carrell: Es war selbstverständlich.

Claus Harmsen: Wie ist das, wenn man als Prominenter zum Akustiker kommt, hat man Sie da groß angeguckt oder wie ist das abgelaufen?
Rudi Carrell: Es ist immer eine Überraschung, wenn ich irgendwo reinkomme oder anrufe. Ich werde so oft imitiert, deshalb glaubt man mir erst, wenn ich wirklich selbst erscheine, in den Laden gehe. Die Leute waren aufgeregt, aber es gab viel zu lachen beim Hörtest.

Claus Harmsen: Haben Sie ein oder zwei Geräte?
Rudi Carrell: Zwei, aber ich trage nur ein Gerät. Zwei habe ich, damit ich besser höre, aber ich komme auch mit einem gut zurecht. Das zweite Gerät hebe ich mir auf, bis das andere Ohr mich im Stich lässt.

Claus Harmsen: Ihr Mitstreiter in der Sendung, Karl Dall, gehört ja zu denjenigen, die gern Witze über Schwerhörige machen, deshalb hat er vom DSB ja auch das Blechohr des Jahres bekommen. Wie gehen Sie mit solchen Witzen um? Sie haben ihn bei der letzten Sendung (Anm.: 26.10.1996) ja direkt darauf angesprochen, aber dann kam etwas ganz anderes.
Rudi Carrell: Ich wusste, dass Mike Krüger noch einen tollen Witz auf Lager hatte. Wir hatten nur noch eine Minute Sendezeit, aber kein Thema mehr. Karl sagte gerade das Wort "Schwerhörige" und ich meinte, dass wir die letzte Minute damit füllen könnten, der Witz wäre gut platziert. Die Akustiker haben mich aufgeklärt, ein Hörgerät zu beschaffen oder zum Test zu gehen. Wenn so viele Millionen die Probleme haben, dann muss man Werbung machen, sagen, dass es stinknormal ist, wie die Brille oder die dritten Zähne. Aus meiner Erfahrung kann man mit Humor mehr erreichen als mit ernsthaften Sachen. Ich mache Humor. Als in einer Show Jürgen Busse sagte (Anm.: auf Carrells Hinweis, dass er jetzt ein Hörgerät habe), was kostet denn das, habe ich gesagt: 14 Tage. Ein alter Witz, ja doch nur durch Lachen kann man Leute aufmerksam auf Probleme machen. Wenn ein Prominenter wie ich sagt, dass das normal ist, dann stimuliere ich die Leute, auch etwas zu tun.

Claus Harmsen: Das ist genau das, was ich gut finde, den Humor. Damit kann man wirklich mehr erreichen, da haben Sie genau den Punkt getroffen. Die Leute fragen sich, ja, warum sage ich das dann nicht? Es gibt ja eine Reihe von Prominenten, die direkt Werbung für Hörgeräte machen. Würden Sie so etwas auch machen?
Rudi Carrell: Ich mache das ja schon, ohne, dass ich dafür Geld bekomme. Ja, eine Fotoserie würde ich machen aus Gründen der Hilfeleistung. Ich habe Probleme damit, für so was Geld zu verlangen.

Claus Harmsen: Sie sind Produzent der Sendung "7 Tage - 7 Köpfe", was sind Ihre künftigen Pläne, sieht man Sie wieder einmal in größeren Shows?
Rudi Carrell: Es gibt verschiedene Shows im nächsten Jahr, und eine, die ich aber nicht verrate, weil so viel geklaut wird, von der ich mir aber viel verspreche. Sie soll Samstagabend sein, weil meines Erachtens Samstagabend zu wenig zum Lachen ist. Sonst präsentiere ich verschiedeneShows, viele prominente Playback-Shows. Und als Basis: 30 Sendungen "7 Tage - 7 Köpfe" im nächsten Jahr.

Claus Harmsen: Herr Carrell, ich danke Ihnen für dieses Gespräch und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Rudi Carrell: Ja, ebenfalls und tschüss.