Francisco José de Goya y Lucientes wurde am 30. März 1746 in Fuentetodos, einem kleinen Ort bei Zaragoza in Aragonien, geboren. Die Familie lebte in armen Verhältnissen. Um 1760 erlernte Goya bei dem Maler José Luzán in Zaragoza die Malkunst. Anschließend ging er nach Madrid und Rom. NachZaragoza zurückgekehrt, begann er 1771 sein selbständiges künstlerisches Schaffen. Er malte Fresken, religiöse und historische Tafelbilder, Genreszenen, Porträts von Adligen und machte Entwürfe für Wandteppiche. Seine Entwicklung als Maler nahm von nun an einen glänzenden Verlauf. Stetig und gewinnbringend wurde seine Tätigkeit aber erst nach seiner Heirat mit Josefa, der Schwester des Hofmalers Francisco Bayeu. Im Verlaufe der Ehe wurden zwanzig Kinder geboren, von denen nur der Sohn Javier am Leben blieb. Missregierung im Vaterland, die Abtretung Spaniens an Napoleon und eigenes Leid bestimmen seine zweite Lebenshälfte. Im November 1792 erkrankte Goya schwer. Er litt an Schwindelanfällen, Gleichgewichts- und Hörstörungen. Im 47. Lebensjahr ertaubte er. Es konnte nie geklärt werden, unter welcher Krankheit Goya eigentlich litt. Die Vermutungen reichen von Syphilis bis Schizophrenie. Wahrscheinlich spielte auch eine Bleivergiftung eine Rolle, denn Goya verwendete große Mengen von hochgiftigem Bleiweiß und ging wahrscheinlich nicht gerade vorsichtig damit um. Seine inneren Qualen malte er sich von der Seele. Es entstanden die "Caprichos", ein graphisches Werk, dass die Laster und Schwächen der Menschen und der Zeit schilderte. Die furchtbaren Eindrücke des fünf Jahre währenden Krieges gegen die französischen Eindringlinge in Spanien fanden in den "Desastres de la guerra" ihren Niederschlag: Kampf der Menschen gegeneinander, tierische Verrohung, Gräuel bei Freund und Feind, Leid der Unschuldigen. 1824 emigrierte er nach Bordeaux. Dort lebte er im Kreise seiner Freunde, die wie er vor der Reaktion aus Spanien flüchten mussten, und starb am 16. April 1828. Goya war einer der bedeutendsten Künstler Spaniens. |
