Inzwischen haben etwa 14 Millionen Bundesbürger unter Ertaubung, Schwerhörigkeit, Tinnitus, Hörsturz und anderen Hörschäden zu leiden. Deshalb ist Aufklärung über Ursachen für Hörschäden und Schwierigkeiten Hörgeschädigter in unserer Gesellschaft so wichtig. Waren es früher überwiegend das Alter und bestimmte Krankheiten, die Schäden am Gehör verursachten, so kommen heute in erheblichem Maße Lärm und Krach dazu. Laut ist out! Es ist erwiesen, dass Lärm auf Dauer zu schweren Hörschäden führen kann und das körperliche und seelische Wohlbefinden negativ beeinflusst. Schwerhörigkeit steht heute an erster Stelle der Berufskrankheiten.

Das menschliche Gehör hat verschiedene Funktionen (Alarm, Orientierung, akustische Erinnerung, Kommunikation, soziale und emotionale Wahrnehmung), die unbewusst unser Leben erleichtern und sicherer gestalten. Auch mit zusätzlichen Hilfsmitteln und Hilfen erreichen hörgeschädigte Menschen nicht die Hör- und damit Lebensqualität normal hörender Menschen. Da die Behinderung unsichtbar ist, kommt es in der Kommunikation häufig zu Missverständnissen, und Hörgeschädigte werden fälschlicherweise für begriffsstutzig, ja geistig beschränkt gehalten. Die Folgen sind dann psychosomatische Störungen wie Tinnitus, unspezifische Schmerzen, Schlafstörungen, Herzbeschwerden, Nervosität, Reizbarkeit und andere.
Es ist also mehr Toleranz im Umgang miteinander erforderlich, und auch die Politik muss endlich ausreichende Rahmenbedingungen für Schwerhörige und Ertaubte schaffen.
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